Open Data zur Attraktivitätssteigerung in Städten? Ein Überblick.

Einen guten Einblick in die Möglichkeiten der Nutzung von Open Data in Städten gibt der Artikel „Offene Daten machen Städte attraktiver“ von Zeit Online. Neben interessanten Beispielen wie das Projekt CityForward (Möglichkeit zum Vergleich und zur Visualisierung der Daten verschiedener Städte) oder Öffi (enthält Informationen zu den Abfahrten von Bussen oder Bahnen, Verspätungen und Schienenersatzverkehr) werden auch die Vorteile der Nutzung sowie mögliche Hemmnisse betrachtet.

Mit Hilfe offener Daten können Städte ihre Standortattraktivität erhöhen und die Nutzung des Alltagsraum für die Bewohner erleichtern, wie entsprechende Anwendungen mit Informationen über den öffentlichen Nahverkehr oder auch über Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen der Stadt zeigen.

Einige Städte erhoffen sich durch die Veröffentlichung von Daten über Einrichtungen, Statistiken, medizinische Dienste, Restaurants, Sehenswürdigkeiten oder Geschäfte eine Erleichterung der Interaktion mit der Stadt und eine Impulswirkung für die örtliche Wirtschaft, indem sie anderen Unternehmen ermöglichen, mit den Daten zu arbeiten. So veröffentlichte beispielsweise Ravensburg Mitte April entsprechende Daten für Forscher und Entwickler, wie auch Zeit Online berichtet. Aus diesem Angebot wurde zum Beispiel der Ravensburger Einkaufsführer entwickelt.

In der Stadt Linz läuft bereits seit 2005 das Projekt „Open Commons Region Linz“. Mit diesem möchte die Stadt laut der Projektbeschreibung Impulse für die frei zugängliche Nutzung und elektronische Verbreitung von Daten, Software, Lehr- und Lernmaterialien sowie anderen digital gespeicherten Inhalten setzen.

Dieses Projekt umfasst auch den Bereich Open Government Data, bei dem städtische Daten der Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur sowie den Bürgern zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Open Commons Region Linz betont auf der Homepage auch, dass eine vernetzte Informationsgesellschaft freie Software, freie Daten, freies Wissen und freie Kulturgüter benötigt, um Werke schaffen zu können, die dem Gemeinwohl dienen und ohne rechtliche Barrieren für alle nutzbar sind.

Seit Mitte Mai besitzt auch die Stadt Wien eine eigene Open Government Data Plattform, auf welcher ein umfangreicher Datenkatalog mit Daten in verschiedenen Formaten ebenso wie bereits von der Stadt selbst entwickelter Anwendungen auf Basis der Daten vorhanden sind.

Generell stärken offene Daten laut dem Report von Kommune21 das Vertrauensverhältnis zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und ermöglichen die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft. Der Report spricht dabei den Kultur- und Mentalitätswechsel an, der sich im Umgang mit offenen Daten möglicherweise vollzieht. 

Ergänzend dazu werden Beispiele aus dem Bereich Open Data der Stadt Berlin vorgestellt, welche im Rahmen des Berlin Open Data Day präsentiert wurden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Daten des Berliner Umweltamtes über Bodenbelastungen und Lärmschutz, Haushaltsübersichten der Berliner Bezirke auf der Seite „OffenerHaushalt“ des Berliner Senatshaushaltes oder auch um Daten zur Bevölkerungs- und Sozialstruktur in dem Kiezatlas, welcher als virtueller Stadtplan angelegt ist. Eine Übersicht über alle vorgestellten Praxisbeispiele im Bereich Open Data gibt es im Programm des Berlin Open Data Day.

Bei der Betrachtung der Beispiele und Möglichkeiten zeigt sich vor allem die Chance für Städte, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität durch offene Daten in Hinblick auf Unternehmen, aber auch in Bezug auf die Bürger auszubauen und zu erhalten.

Auch im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements und der Bürgerbeteiligung ergeben sich laut Kommune21 Ausbaupotenziale im Bereich Open Data, da durch das zur Verfügung stehende Datenmaterial Verwaltungshandeln möglicherweise transparenter und politische Entscheidungen nachvollziehbarer werden für die Bürger.

Aktuelle Hemmnisse der stärkeren Veröffentlichung städtischer Daten stellen neben rechtlichen Hürden und datenschutztechnischen Bedenken nach Zeit Online auch ein mangelndes technisches Know-How seitens der Verwaltungen oder die Sorge des Verlustes von Einnahmequellen dar, wenn Umwelt- und Geodaten unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Ebenfalls braucht ein solcher Wandel in den Kommunen eine gewisse Zeit.

Zukünftig werden möglicherweise weitere Potenziale durch die Nutzung von Open Data erschlossen und ausgebaut werden.

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